KW 41 · 2026
Zehn neue Funktionen für Akquise und Kundenbetreuung — und ein Leistungsnachweis, der nachgerechnet ist
5. Oktober 2026 · Lesezeit 5 Minuten · wird bis Freitag fortgeschrieben
Das Modul für Akquise und Kundenbetreuung hat zehn Funktionen
dazubekommen. Die nützlichste ist die unscheinbarste: eine Liste der
Kunden, mit denen seit einem halben Jahr niemand gesprochen hat. Sie
füllt sich von selbst. Ein Kunde, der so lange nichts hört, bereitet
seine nächste Ausschreibung ohne Sie vor.
Dazu: Eine Reklamation gilt erst als erledigt, wenn jemand hinschreibt,
wie. Ein Haken allein ist kein Erledigungsstand. Und doppelte
Kontakte — dieselbe Marktleiterin einmal mit Vornamen und Festnetz,
einmal mit Kürzel und Mobilnummer — lassen sich zusammenführen, ohne
dass eine Verknüpfung verloren geht.
Ein Leistungsnachweis, auf dem überall dieselbe Zahl steht
Der Leistungsnachweis ist das Papier, das der Auftraggeber
unterschreibt und nach dem abgerechnet wird. Ansehen genügt da nicht.
Also hat sich die Prüfung einen Tag mit bekannten Zeiten gebaut — eine
Schicht von acht bis sechzehn Uhr mit einer halben Stunde Pause, eine
zweite von neun bis dreizehn Uhr — und nachgerechnet: 690 Minuten. Auf
dem Nachweis, im Monatsabschluss und in der Tabelle für die Buchhaltung
muss dieselbe Zahl stehen. Sie steht.
Nachweise gehen nur an Empfänger des eigenen Objekts
Wer einen Nachweis verschickt, wählt auf der Seite den Empfänger, und
die Seite bietet nur die Ansprechpartner des richtigen Objekts an.
Jetzt prüft das auch der Server: Gehört ein Empfänger nicht zum Objekt,
geht an keinen etwas hinaus.
Vorher prüfte der Server das nicht noch einmal. Wer die Anfrage von
Hand zusammensetzte, hätte den Nachweis eines Marktes dem Marktleiter
eines anderen schicken können — möglich nur aus dem eigenen Betrieb
heraus, mit einem Zugang, der zustellen darf. Trotzdem ist es
geschlossen. Was eine Seite nicht anbietet, ist damit noch nicht
verboten. Verboten ist erst, was der Server ablehnt.
Warum das für Ihren Betrieb zählt
Ein Baustein darf bei uns nur dann fertig heißen, wenn jede seiner
Anforderungen einzeln nachgesehen ist — mit einer Prüfung, die ihre
Nummer trägt, oder mit einem Eintrag, der sagt, warum sie nicht gebaut
ist. Wenn Ihnen ein Anbieter sagt, eine Funktion sei fertig, fragen
Sie, woran er das festmacht. „Es läuft“ ist eine Antwort. „Jede
Anforderung ist einzeln nachgesehen, und hier steht, welche fehlt“ ist
eine bessere.
Wie wir es abgesichert haben
Das Modul stand auf unserer Fortschrittsliste als fertig. Diese Woche
haben wir seine 83 Anforderungen einzeln genommen und für jede im
Programm nachgesehen, ob sie gebaut ist. Fünfzehn waren es
nicht — darunter Anhänge am Vorgang, die Betreuung bestehender
Kunden, Reklamationen und änderbare Verkaufsstufen. Geprüft war,
was gebaut wurde, nicht, ob alles gebaut wurde, was verlangt
war. Zehn der fünfzehn sind inzwischen gebaut.
Was noch offen ist
Vier Bausteine haben durch die härtere Regel ihren Stand verloren und
stehen jetzt auf „teilweise“. Das sieht auf der Liste wie ein
Rückschritt aus. Es ist der erste Stand, dem man trauen kann.
Stand heute: 5 472 automatische Prüfungen, alle grün.
1759 Regeln, die jede Prüfung absichtlich kaputtmachen und erwarten, dass
es auffällt. Von 649 Anforderungen sind 312 einzeln nachgesehen.
KW 40 · 2026
Schon beim Klingeln steht auf dem Gerät, wer anruft — und die Antwort kommt nur aus dem eigenen Betrieb
2. Oktober 2026 · Lesezeit 5 Minuten
Das Telefon klingelt, und noch bevor jemand abnimmt, steht auf dem Gerät,
wer anruft: der Name des Marktleiters, der Kunde, die Kundennummer. Das
haben wir diese Woche gebaut. Die Telefonanlage fragt im Moment des
Klingelns bei der Anwendung nach, und die Anwendung antwortet in rund
einer Millisekunde.
Acht Schreibweisen, ein Kontakt
Dieselbe Nummer steht in jedem Betrieb anders im Adressbuch: mit
Ländervorwahl oder ohne, mit Schrägstrich, mit Leerzeichen, mit der
berüchtigten „(0)" in der Mitte. Die Telefonanlage liefert sie wieder
anders. Verglichen werden deshalb nur die letzten neun Ziffern —
roh, ohne jede Deutung. Das klingt grob und ist genau deshalb
verlässlich: Acht Schreibweisen derselben Nummer finden denselben
Kontakt, auch wenn das Adressbuch sie national führt und die Anlage
international fragt.
Die Auskunft bleibt im eigenen Betrieb
Unsere Anwendung führt viele Betriebe nebeneinander. Jede Abfrage
nennt deshalb ihren Betrieb, und der kommt aus dem Schlüssel der
Telefonanlage, nicht aus der Anfrage. Wer die Anfrage fälscht, kann
den Betrieb nicht wechseln.
Die Vorlage für diese Funktion beschrieb ein System mit einem Bestand.
Eine Auskunft, die einfach „im Bestand" sucht, hätte über alle Betriebe
gesucht — und ein Anrufer bei Betrieb A hätte den Namen eines Kunden
von Betrieb B auf dem Display erscheinen lassen. Das wäre die
Weitergabe personenbezogener Daten an einen Fremden gewesen.
Warum das für Ihren Betrieb zählt
Eine Funktion ist erst fertig, wenn sie dort funktioniert, wo sie
gebraucht wird. Deshalb endet bei uns eine Auslieferung nicht mit
„hochgeladen", sondern mit einem Abruf von außen — bis zu der Stelle, an
der die Funktion tatsächlich etwas tut.
Wie wir es abgesichert haben
Bei der Auslieferung haben wir drei Dinge nachgesehen, die unsere
Prüfungen bis dahin nicht sehen konnten. Ein Wort, das die Datenbank
seit einer Version für sich selbst reserviert, stand als Tabellenname
im Weg — die Regel dagegen ist jetzt breiter. Die Auskunft suchte ihre
Programmdateien dort, wo sie beim Entwickeln liegen, nicht dort, wo sie
auf dem Server liegen; gefunden mit einem Anruf auf die frisch
ausgelieferte Adresse, behoben am selben Morgen. Und unter der nächsten
Fassung der Programmiersprache kostete allein die Prüfung des
Zugangsschlüssels fast die ganze erlaubte Antwortzeit.
Stand dieser Woche: 3 764 automatische Prüfungen, alle grün.
591 Regeln, die jede Prüfung absichtlich kaputtmachen und erwarten, dass
es auffällt.
KW 39 · 2026
Mit achttausend Betrieben gemessen: zwei Abfragen behoben, die Grenze zwischen den Betrieben ausdrücklich gezogen
25. September 2026 · Lesezeit 4 Minuten
Wenn eine Anwendung viele Betriebe trägt, wächst nicht der einzelne
Betrieb, sondern die Zahl der Betriebe. Eine Abfrage, die in einem
Betrieb schnell ist, kann langsamer werden, wenn auf derselben
Datenbank tausend andere liegen. Das messen wir, bevor es jemand
bemerkt.
Mit zweitausend gegen achttausend Betrieben fand der Messlauf zwei
Abfragen in der Vertriebssteuerung, die mit der Zahl der Betriebe
langsamer wurden. Die Ursache war eine Verbindung zwischen zwei
Tabellen, die den Betrieb nicht nannte. Behoben — eine der beiden
Abfragen fiel von 11,3 auf 4,5 Millisekunden.
Die Grenze zwischen den Betrieben steht, wo sie hingehört
Es war nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit: An dieser Stelle
verließ sich die Abfrage darauf, dass Nummern zufällig eindeutig sind,
statt die Grenze zwischen den Betrieben ausdrücklich zu ziehen. Jetzt
steht sie da, wo sie hingehört.
Warum das für Ihren Betrieb zählt
Ein Prüfgerät, das nie anschlägt, ist entweder auf eine heile Anlage
gerichtet — oder kaputt. Von außen sieht man den Unterschied nicht.
Man sieht ihn erst, wenn man den Fehler absichtlich einbaut und
nachsieht, ob das Gerät ihn meldet.
Wie wir es abgesichert haben
Bevor wir einem Messergebnis trauen, bauen wir den Fehler absichtlich
ein, den es finden soll. Der erste Messlauf meldete: alles in Ordnung
— und meldete das auch dann noch, als wir der Datenbank ein
Suchverzeichnis weggenommen hatten, das genau diese Abfragen schnell
macht. Er war zu klein angesetzt: Bei wenigen Betrieben ist eine
Abfrage auch ohne Suchverzeichnis schnell. Erst in der richtigen Größe
fand er die beiden Stellen.
Stand dieser Woche: 3 390 automatische Prüfungen, alle grün.
468 Regeln, die jede Prüfung absichtlich kaputtmachen und erwarten, dass
es auffällt.
KW 38 · 2026
Acht Prüfungen jeden Abend — und jede muss zeigen, dass sie misst, was sie behauptet
18. September 2026 · Lesezeit 6 Minuten
Acht Prüfungen laufen bei uns jeden Abend von allein: Sicherung holen,
probeweise einspielen, gegen eine echte Datenbank prüfen, Protokollkette
nachrechnen, Geschwindigkeit messen, Serverstand vergleichen und zwei
weitere.
Für sie gilt jetzt eine Regel: Bevor ein Wächter in den Abendlauf
kommt, muss er zeigen, dass er misst, was er behauptet. Und er muss
vorführen, dass er rot wird, wenn man den Fehler absichtlich einbaut.
Warum das für Ihren Betrieb zählt
Ein Alarm, der zweimal in fünf Wochen ohne Ursache kommt, wird nach der
dritten Woche weggeklickt. Danach ist er wertlos — und der Tag, an dem er
recht hat, geht mit unter. Das gilt für Prüfprogramme genauso wie für die
Meldung „Batterie schwach" an einer Alarmanlage, die seit Monaten
blinkt.
Ein Befund zählt erst, wenn er sich wiederholt
Eine Prüfung misst, ob die Anwendung mit wachsendem Bestand langsamer
wird. Sie entscheidet jetzt durch Wiederholung: Wer zufällig
anschlägt, schlägt beim zweiten Mal nicht wieder an; wer wirklich
langsamer wird, tut es jedes Mal. Gegengeprüft haben wir das mit einer
absichtlich schlecht gebauten Abfrage (bestätigt: 26,4-fach, dann
26,3-fach) und mit einer, die nur im ersten Durchgang trödelt
(22,2-fach, dann 0,8-fach — kein Befund).
Der Anlass: In fünf Abenden hatte die Prüfung zweimal angeschlagen,
beide Male knapp über der Schwelle. Sechzehn Wiederholungen auf
demselben Stand, davon drei unter künstlicher Rechenlast und drei unter
Plattenlast, ergaben keinen einzigen Befund. Eine höhere
Schwelle wäre nicht die Lösung gewesen — die verdeckt echte Fälle.
Die Fortschrittsseite richtet sich nach der Versionsverwaltung
Ein anderer Wächter passt auf, dass unsere Fortschrittsseite nicht hinter
der Wirklichkeit zurückbleibt. Er fragt jetzt die Versionsverwaltung
statt die Dateiuhr. Und er sagt in seiner Meldung dazu, woher seine Zahl
stammt.
Vorher verglich er das Datum der Seite mit dem Änderungsdatum der
Programmdateien — und meldete Alarm für eine Datei, die der
Datei-Synchronisierungsdienst nur übertragen hatte. Nachgemessen:
23 von 225 Dateien trugen ein Datum, das mehr als eine Stunde
hinter ihrer letzten inhaltlichen Änderung lag — die größte Abweichung
14,5 Tage.
Wie wir es abgesichert haben
Wir haben alle acht der Frage unterworfen, die man einem Wächter zu
selten stellt: Misst er eigentlich das, was er behauptet? Bei
vier von acht lautete die Antwort nein. Keiner davon war ein
Programmierfehler. Alle vier maßen etwas, das mit ihrer Frage nur lose
zusammenhing — und meldeten deshalb mal zu viel, mal zu wenig.
Stand dieser Woche: 2 705 automatische Prüfungen, alle grün.
257 Regeln, die jede Prüfung absichtlich kaputtmachen und erwarten, dass
es auffällt.
KW 37 · 2026
Ein verkettetes Protokoll, das jeden Abend nachgerechnet wird
13. September 2026 · Lesezeit 5 Minuten
Unser Protokoll ist verkettet: Jeder Eintrag trägt die Prüfsumme des
vorherigen. Wer einen Eintrag nachträglich ändert oder löscht, bricht die
Kette, und das fällt auf. So steht es auf dieser Website — und seit
dieser Woche rechnen wir jeden Abend nach, ob es auch stimmt.
Lesen und Anfügen eines Eintrags sind jetzt ein einziger, gesperrter
Schritt — nachgestellt mit zwei Programmen, die absichtlich gleichzeitig
schreiben, auf beiden Datenbanksystemen geprüft.
Was Sie daraus mitnehmen können
Wenn Ihnen jemand ein „revisionssicheres" Protokoll verkauft, sind zwei
Fragen nützlich: Wer rechnet die Kette nach, und wie oft? Und:
Was passiert, wenn zwei Vorgänge gleichzeitig schreiben? Ein
Protokoll, das nur bei Verdacht geprüft wird, schützt die Zeit nach dem
Verdacht — nicht die davor.
Wie wir es abgesichert haben
Am ersten Abend war die Kette nicht heil. Nicht, weil jemand etwas
verändert hätte, sondern weil zwei Programmläufe in derselben Sekunde
geschrieben hatten: Lesen und Anfügen waren zwei Schritte, dazwischen
passt ein anderer Lauf. Das Ergebnis ist eine Gabelung — zwei Einträge,
die auf denselben Vorgänger zeigen. Jeder Eintrag war unversehrt, nur
ihre Reihenfolge ist nicht mehr entscheidbar.
Was wir offen benennen
Wir schreiben es nicht schön. Wer mit Datenbankzugriff einen
Eintrag daneben schreibt und richtig verkettet, erzeugt dasselbe Bild.
Die Aussagekraft der Kette ist an dieser Stelle geschwächt, und das gehört
gesagt — besonders dann, wenn ein Protokoll später vor Gericht eine Rolle
spielen soll.
Die entstandene Stelle selbst bleibt. Sie nachträglich zu „heilen" hieße,
Prüfsummen neu zu schreiben — also genau das zu tun, wovor die Kette
schützen soll. Wir haben sie stattdessen benannt: mit beiden
Kennungen, allen Prüfsummen, Zeitpunkt und Ursache, in der
Verfahrensdokumentation. Der Abendlauf meldet dort jetzt gelb statt rot —
und jede Abweichung davon wieder rot.
Außerdem diese Woche: Der Server sagt jetzt selbst, welchen
Stand er fährt. Er war 31 Übergaben zurück — das ist aufgeholt.
KW 36 · 2026
Jeder Weg durch die Anwendung wird wirklich gegangen — beim ersten Durchgang mit 81 Formularen
6. September 2026 · Lesezeit 4 Minuten
Jeder Weg durch die Anwendung wird seit dieser Woche mindestens einmal
wirklich gegangen — nicht nur aufgerufen, sondern mit ausgefülltem
Formular abgeschickt. Beim ersten Durchgang waren 81 Formulare dabei,
die vorher nie jemand abgeschickt hatte.
Der Anlass: Dreimal in derselben Woche zeigte sich etwas, das
längst gebaut war und trotzdem niemand benutzen konnte. Was daraus
geworden ist, steht hier.
Prüfstand und Server arbeiten mit demselben Datenbankschema
Der Auslieferungslauf führt das Datenbankschema jetzt selbst nach, mit
demselben Verfahren wie auf dem Server. Das ist kein Komfort, sondern die
Bedingung dafür, dass „geprüft" und „läuft" dasselbe bedeuten.
Vorher hatte die Akquise-Tafel auf dem Server mit einem Fehler
geantwortet, während bei uns alles grün war: Unsere Prüfungen bauen die
Datenbank jedes Mal frisch auf — auf dem Server arbeitet die Anwendung
gegen eine bestehende, der eine Spalte fehlte.
Eine Sperre, die ihren Grund nennt
Die Annahme von Geschäftsbedingungen war gesperrt. Das war richtig: Es gab
weder AGB noch einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und eine Annahme ohne
Gegenstand wäre eine Unterschrift unter ein leeres Blatt. Was fehlte, war
die Auskunft darüber. Wer klickte, sah nichts.
Jetzt gibt es die Stelle, den Vertragstext zum Lesen ohne Anmeldung — und
einen Knopf, der sagt, woran es liegt, statt es wegzutäuschen. Eine Sperre,
die ihren Grund nennt, ist etwas anderes als eine, die einfach nicht
reagiert.
Wie wir es abgesichert haben
Aus einer gewonnenen Verkaufschance soll ein Kunde werden. Der Programmteil
dafür stand seit Wochen, in jeder Prüfung grün. Er hing an der Frage, ob
die Chance einem Objekt zugeordnet ist — und die Spalte, die das
festhält, wurde von keiner einzigen Stelle beschrieben. Sie war
immer leer, die Bedingung immer falsch.
Das ist die Sorte Fehler, die keine Prüfung findet, die nur Programmteile
einzeln ansieht: Jedes Stück für sich war richtig. Erst der Weg von vorne
bis hinten zeigt, ob er begehbar ist.
KW 35 · 2026
Jede Regel wird nachweislich geprüft — 155 von 155
24. August 2026 · Lesezeit 5 Minuten
Stand heute: 2 114 fachliche Prüfungen, 384 über die
Weboberfläche, 155 von 155 Regeln nachweislich geprüft und
zwanzig Wächter, die bei jedem Lauf mitlaufen.
Eine Zahl wie „2 100 Prüfungen" sagt nichts darüber, ob es die
richtigen sind — das sagt nur der Versuch, sie zu widerlegen.
Diesen Versuch machen wir jetzt für jede Regel.
Wie wir eine Prüfung prüfen
Das Verfahren heißt Mutationsprüfung: Man baut absichtlich einen
Fehler ein und sieht nach, ob eine Prüfung rot wird. Wird sie es
nicht, ist die Regel nicht geprüft — sie ist nur vorhanden.
Wir tun das inzwischen mit 155 Regeln. Für jede wird der Quelltext
an genau einer Stelle verfälscht, der gesamte Prüfstand läuft durch, und
danach wird die Verfälschung zurückgenommen. Ein Durchgang dauert rund
anderthalb Stunden.
Drei neue Kontrollen
Alle drei folgen derselben Regel: Ein Werkzeug, das nichts angesehen
hat, darf nicht „in Ordnung" melden.
- Ein Wächter sieht nach jedem Lauf nach, ob eine absichtliche
Verfälschung im Quelltext stehen geblieben ist — und
repariert nichts von selbst. Ein Werkzeug, das auf Verdacht
zurückschreibt, hat einen der Fehler unten verursacht.
- Die Bestandsaufnahme bricht ab, wenn sie schrumpft, statt eine zu
kleine Zahl auszuweisen.
- Die Auslieferung meldet Spalten, die auf dem Server stehen und
nicht im Datenmodell. Ein Server, der mehr hat als seine
Beschreibung, lässt sich nicht mehr beschreiben.
Wie wir es abgesichert haben
Der Anlass war unbequem: Fünf von acht neu geschriebenen Prüfungen
prüften nichts. Sie waren grün, und sie wären grün geblieben, wenn
wir die Regel dahinter abgeschaltet hätten.
Ein Beispiel aus der Buchungsstrecke: Eine Ablehnung braucht einen
Grund. Die Mutationsprüfung schaltete die Regel ab — und die
Prüfung blieb grün. Die Pflicht stand zweimal im Code. Schaltet
man die eine Stelle ab, fängt die andere es auf — und niemand merkt,
dass die Hälfte der Absicherung weg ist.
Insgesamt sechs Befunde in drei Tagen, alle aus derselben Familie:
Etwas meldet Erfolg für Arbeit, die es nicht getan hat.
- Eine Prüfung war grün und prüfte nichts.
- Ein Hilfsskript meldete „erledigt" und hatte nichts geändert.
- Ein abgebrochener Prüflauf hinterließ Schaden und keine Spur.
- Ein Aufräumer meldete „wiederhergestellt" und löschte dabei.
- Eine Bestandsaufnahme verlor Einträge und meldete „alles bestätigt".
- Fehlermeldungen wurden geschrieben, berechnet — und verworfen.
Keiner davon war ein Fehler im Erzeugnis. Alle saßen in den
Prüfmitteln.
Ein Fund im Preiskatalog, bevor der erste Preis darin steht
Beim Anlegen einer neuen Tabelle fiel eine Spalte auf, in der ein Preis
stehen soll. Auf dem Server war sie so angelegt, dass sie Werte bis
127 aufnimmt — in Cent gerechnet also 1,27 €. Ein Preis von
79 € wäre nicht falsch gerundet, sondern abgewiesen worden.
Betroffen waren vier Felder, drei davon im Preiskatalog.
Was noch offen ist
Der Preiskatalog ist leer — die Preisentscheidung steht noch aus.
Deshalb war der Fund niemandem aufgefallen: Es gab noch keinen Preis,
der hätte scheitern können. Und der Stand oben kann nächste Woche
wieder anders aussehen — das ist der Sinn der Sache.
KW 34 · 2026
Bis zu zwölf Monate kostenfrei — für Betriebe, die uns widersprechen
22. August 2026 · Lesezeit 4 Minuten
Sicherheitsdienstleister und Detekteien können PEWELI APP im
eigenen Betrieb erproben — bis zu zwölf Monate kostenfrei.
Dafür sagen Sie uns, was daran nicht taugt.
Das ist kein Geschenk und keine Verkaufsaktion. Es ist ein Tausch: Sie
bekommen die Anwendung, wir bekommen das, was uns am meisten fehlt —
Widerspruch aus dem laufenden Betrieb. Eine Software für die
Sicherheitsbranche, die nur ihre Erbauer kennen, ist eine Vermutung.
Wie die zwölf Monate zustande kommen
Wer nichts meldet, bekommt drei Monate. Wer mitarbeitet, bis zu zwölf.
Die Staffel ist absichtlich schlicht, damit sie niemand nachrechnen muss:
- 3 Monate — für alle, die aufgenommen werden. Ohne Bedingung.
- +3 Monate — für regelmäßige Rückmeldung: einmal im Monat ein
kurzer Bericht, was gut lief und was nicht.
- +3 Monate — für gemeldete Fehler oder Änderungswünsche, die
wir umsetzen. Nicht für die Menge der Meldungen, sondern für
das, was daraus wird.
- +3 Monate — für ein ausführliches Gespräch über den Einsatz im
Alltag, aus dem wir zitieren dürfen.
Rückwärts geht es nicht. Wer aufhört, sich zu melden, verliert
keine bereits erreichten Monate — es kommen nur keine weiteren dazu.
Was Sie bekommen — und was heute noch nicht
Das gehört an diese Stelle und nicht ins Kleingedruckte: Ein Teil der
Anwendung läuft noch nicht, und zwar nicht, weil er fehlt, sondern
weil er auf eine Rechtsauskunft wartet.
Verfügbar sind Einsatzplanung und Dienstplan, Zeiterfassung (auch ohne
Netz), Arbeitszeit mit Urlaub und Abwesenheit, Prüfung und Abrechnung,
Leistungsnachweise und Berichte, Verträge, Kunden und Objekte sowie die
Sicherheitstechnik mit Wartung und Störungen.
Noch nicht verfügbar sind Fallakte, Anzeigenunterlage,
Beweismittel und die Observation mit echten Zielpersonen. Diese Bereiche
sind gebaut und geprüft — sie sind gesperrt, bis eine
Rechtsberatung geklärt hat, was dabei zulässig ist. Wir schalten sie
frei, wenn die Antworten vorliegen, und nicht vorher.
Wir sagen Ihnen das vor Ihrer Bewerbung, weil Sie es sonst nach
der ersten Woche selbst merken würden.
Was wir von Ihnen brauchen
- Einen echten Betrieb — keine Testumgebung. Was im Alltag
stört, zeigt sich nur im Alltag.
- Eine Person, die ansprechbar ist. Nicht täglich, aber
verlässlich.
- Ehrlichkeit statt Höflichkeit. „Ganz nett" hilft uns nicht.
„Das dauert drei Klicks zu lang, und deshalb macht es keiner"
hilft.
Was wir nicht tun
- Keine stille Verlängerung. Nach den freien Monaten endet der
Zugang. Wenn Sie weitermachen wollen, entscheiden Sie das
ausdrücklich — nichts läuft von selbst in einen Vertrag.
- Keine Nutzung Ihrer Daten für uns. Ihre Einsätze, Kunden und
Beschäftigten gehören Ihnen. Wir werten sie nicht aus, und kein
Sprachmodell verarbeitet sie.
- Keine Werbung mit Ihrem Namen, solange Sie es nicht
ausdrücklich erlauben.
So bewerben Sie sich
Eine E-Mail genügt. Schreiben Sie uns, was Sie tun — Warensicherung,
Revierdienst, Ermittlung —, wie viele Personen im Einsatz sind und
woran es heute am meisten hakt. Der letzte Punkt ist der
wichtigste; daran erkennen wir, ob wir Ihnen überhaupt helfen können.
Wir melden uns zurück — auch dann, wenn wir absagen, und mit Begründung.
Als BETA-Tester bewerben
Recht und Datenschutz
Die Aufnahme erfolgt in Stufen und in der Reihenfolge des Eingangs. Ein
Anspruch auf Teilnahme besteht nicht. Zugang für fremde Betriebe setzt
den Abschluss eines Vertrages zur Auftragsverarbeitung voraus — bis
dahin sammeln wir Bewerbungen und melden uns, sobald es losgeht.
KW 34 · 2026
Die Trennung zwischen den Betrieben ist jetzt eine Prüfung, keine Zusage
17. August 2026 · Lesezeit 4 Minuten
Eine Kontrolle sieht jede einzelne Abfrage an, bevor sie an die
Datenbank geht. Berührt sie eine der 33 unternehmensgebundenen Tabellen,
ohne die Unternehmenskennung zu erwähnen, ist das ein Befund — in der
Entwicklung ein sofortiger Abbruch, im laufenden Betrieb ein Eintrag im
Fehlerprotokoll.
Das ist unsere Antwort auf die Frage, die jeder stellt, der eine
Software mietet statt sie zu kaufen: Auf demselben Server arbeiten
andere Betriebe. Was hindert die Anwendung daran, mir deren Daten zu
zeigen — oder meine ihnen? Vorher war die Trennung eine Zusage.
Jetzt ist sie eine Prüfung, die bei jedem Testlauf mitläuft.
Warum eine Prüfung mehr ist als eine Zusage
Jeder Datensatz in unserer Anwendung — jeder Vorfall, jede Person, jedes
Lichtbild — trägt die Kennung des Unternehmens, dem er gehört. Bei jeder
Abfrage muss danach gefiltert werden. Fehlt dieser Filter an einer
einzigen Stelle, sieht ein Betrieb die Daten eines anderen — und
solange nur ein Betrieb arbeitet, verhält sich die Anwendung mit und
ohne Filter völlig gleich. Es gibt keine Fehlermeldung, jeder Test
läuft grün. Genau diesen Fall meldet die Kontrolle, bevor der zweite
Kunde dazukommt.
Die Liste der Tabellen pflegt sich aus dem Datenmodell
Die Liste dieser Tabellen wird aus dem Datenmodell abgeleitet,
nicht von Hand gepflegt. Eine Liste, die man beim nächsten Modul nachtragen
muss, ist eine Liste, die man irgendwann vergisst.
Wie wir es abgesichert haben
Beim Scharfschalten fielen zunächst 60 von 88 Prüfungen. Der weit
überwiegende Teil waren berechtigte Ausnahmen im Anmeldeweg — dort wird
ja überhaupt erst ermittelt, zu welchem Unternehmen jemand gehört. Diese
Ausnahmen sind jetzt einzeln benannt, jede mit Begründung, und sie
werden gezählt: vier je Durchlauf. Eine Zahl, die klein bleiben soll
und die auffällt, wenn sie wächst.
Zwei Funde blieben übrig, und einer war echt — in Code, den wir am
selben Tag geschrieben hatten. Eine Abfrage las die Teilnehmer eines
Termins ohne den Filter. Falsch war sie nicht: Die Kennungen stammten aus
einer Abfrage zehn Zeilen weiter oben, die korrekt gefiltert hatte. Aber
damit lag die Sicherheit in einer anderen Abfrage — wer die obere
später ändert, hebt hier eine Grenze auf, ohne es zu merken.
Was die Kontrolle nicht leistet
Das gehört dazu, sonst wäre der ganze Text eine Werbebotschaft. Die
Kontrolle erkennt einen vergessenen Filter, nicht einen
falschen. Und sie ersetzt keine Trennung auf Ebene der Datenbank
selbst — wer die Datenbank in der Hand hält, kommt an alles. Ob wir
zusätzlich dorthin gehen, ist eine offene Entscheidung.
KW 33 · 2026
Der Leistungsnachweis entsteht von selbst: Anmeldung am Objekt, Unterschrift auf dem Gerät
16. August 2026 · Lesezeit 3 Minuten
Diese Woche ist der Kern unserer Anwendung in Betrieb gegangen. Kein
Prototyp mehr, kein Klickmodell — eine laufende Software, mit der man
arbeiten kann.
Der Mitarbeiter meldet sich am Objekt auf dem Handy an und am Ende wieder
ab. Dabei hält die Anwendung fest, wann das war und wo — und rechnet aus,
wie weit die Position vom Objekt entfernt lag. Am Monatsende entsteht daraus
der Leistungsnachweis von selbst. Der Marktverantwortliche unterschreibt
direkt auf dem Gerät.
Warum das für Ihren Betrieb zählt
In der Warensicherung arbeitet man nicht im eigenen Haus. Man ist im Markt
des Kunden, oft allein, oft an wechselnden Standorten. Am Monatsende steht
eine Rechnung, und daneben gehört ein Nachweis: Wer war wann wie lange vor
Ort? Bisher entsteht der in vielen Betrieben aus einem handschriftlichen
Zettel, der abends abgetippt wird. Das ist mühsam und schwer zu belegen:
Wenn drei Wochen später jemand nachfragt, steht Aussage gegen Aussage.
Die Entscheidungen im Einzelnen
Die Anmeldung wird nie verweigert. Auch dann nicht, wenn die
Position weit vom Objekt abweicht. Sie wird angenommen und die Abweichung
vermerkt — mehr nicht. Denn das Satellitensignal ist ausgerechnet dort
schlecht, wo man arbeitet: in Verkaufsräumen, Tiefgaragen, hinter dicken
Wänden. Eine Software, die den Dienstbeginn blockiert, weil das Handy den
Himmel nicht sieht, kostet mehr, als sie einbringt.
Die zweite Entscheidung betrifft die Namen. Auf dem Leistungsnachweis, den
der Kunde bekommt, steht die Personalnummer — nicht der Klarname.
Der Auftraggeber muss wissen, dass jemand da war und wie lange. Wer genau,
geht ihn nichts an. Das ist keine Förmlichkeit, sondern schlicht der
richtige Umgang mit den Daten der eigenen Leute.
Wer die Zeit bucht, gibt sie nicht selbst frei. Korrigieren darf nur
der Innendienst, und ein korrigierter Wert überschreibt den ursprünglichen
nicht — er steht daneben. So bleibt nachvollziehbar, was ursprünglich
erfasst und was später geändert wurde. Für eine Abrechnung, die einer
Prüfung standhalten soll, ist genau das der Unterschied.
Die Unterschrift als Strichzug
Sie wird nicht als Foto gespeichert, sondern als Strichzug — also als der
Weg, den der Finger genommen hat. Das hat zwei Vorteile: Sie bleibt im
Ausdruck in jeder Größe sauber, und sie lässt sich nicht so einfach aus
einem anderen Blatt herüberkopieren.
Was noch offen ist
Der eigentliche Kern unseres Fachs — die Fallakte zum einzelnen Vorfall mit
Beteiligten, Diebesgut und Beweismitteln — ist noch nicht umgesetzt. Nicht
aus Zeitmangel, sondern aus Reihenfolge: Dabei geht es um Daten über
Tatvorwürfe, und dafür holen wir zuerst die rechtliche Prüfung ein.
Ein System für solche Daten wird nicht erst gebaut und danach geprüft. Das
kostet uns Wochen — und erspart uns vermutlich Jahre.
Nächste Woche: warum ein Betrieb mit drei Niederlassungen andere Software
braucht als einer mit einer — und was das mit Sichtbarkeit zu tun hat.